Waldrandhaus
Geschichte 01 · Ein Fund am Fluss

Die Flaschenpost ohne Absender

8 Buchseiten · etwa 6 Minuten zum Vorlesen

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Die Sonne geht hinter dem Waldrandhaus auf.
Ein Fund am Fluss
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Ein neuer Morgen

Kikeriki! Die Sonne schaute über die Hügel und kitzelte das Waldrandhaus wach. Fino öffnete die Tür. Milla spitzte die Ohren. Elli war schon unterwegs. Und Raban? Der hatte natürlich längst etwas entdeckt.

Neuer Tag, neue Geschichte, neues Abenteuer!

An diesem Morgen hüpfte Raban auf dem Gartenzaun auf und ab. „Post!“, rief er. „Post ohne Briefträger!“ Elli ließ beinahe ihren Frühstücksapfel fallen. „Wo?“ Raban zeigte zum Fluss. „Da unten. Und sie hat einen Deckel.“

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Post mit einem Deckel

Auf der trockenen Wiese am Ufer lag ein kleines Glas. Um den Deckel war ein grünes Blatt gebunden. Darin steckte ein zusammengerolltes Stück Papier.

„Flaschenpost!“, sagte Fino. „Oder Gläserpost“, meinte Milla. „Das ist ja gar keine Flasche.“

Elli wollte schon losflitzen. Fino hielt ihr den Korb hin. „Wir bleiben auf dem Weg.“ Gemeinsam gingen sie hinunter. Raban landete neben dem Glas und klopfte vorsichtig dagegen. „Hallo? Ist die Post zu Hause?“ Niemand antwortete. Das war bei Post allerdings nicht besonders ungewöhnlich.

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Eine Karte voller Bilder

Fino schraubte den Deckel auf. Milla entrollte das Papier. Darauf waren drei runde Steine, zwei große Bäume, eine kleine Brücke und ein Apfel gezeichnet. Neben dem Apfel stand ein Fragezeichen.

„Ein Apfel hat uns geschrieben!“, rief Raban.

Milla drehte die Karte richtig herum. „Vielleicht zeigt sie einen Weg.“ Elli betrachtete das Fragezeichen. „Zu einem Schatz?“

„Das finden wir heraus“, sagte Fino. Milla legte das Papier auf einen flachen Stein. Ein Zipfel flatterte im Wind. Elli hielt ihn fest. „Die Karte möchte offenbar auch schon los.“

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Drei Steine und zwei Bäume

Sie gingen am Fluss entlang. Die drei runden Steine fanden sie gleich neben dem Ufer. Elli zeigte auf einen vierten. „Der gehört auch dazu!“

Milla schüttelte den Kopf. „Der ist ganz spitz. Auf der Karte sind nur die runden.“

Raban stapfte nach rechts. „Die Bäume sind hier! Ich kenne jeden Baum im Wald.“ Dort stand ein einzelner Baum.

„Und wo ist der zweite?“, fragte Fino. Raban sah nach oben. „Vielleicht noch nicht aufgestanden.“ Milla zeigte nach links. Zwei Weiden neigten ihre Zweige über den Weg. Diesmal ging Raban hinter ihr her.

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Raban weiß einen kürzeren Weg

Hinter den Weiden lag die kleine Holzbrücke. Raban breitete die Flügel aus. „Ich fliege hinüber. Das geht viel schneller!“

„Für dich schon“, sagte Milla. Ihre Pfoten waren klein und ihre Ohren groß. Flügel hatte sie keine.

Fino blieb bei ihr. Elli bremste ihren schnellen Schritt. Zu viert gingen sie über die Brücke, zwischen den festen Geländern. Raban flog ein Stück voraus und wartete am anderen Ende.

„Schnell sein ist ganz schön langweilig, wenn noch niemand da ist“, stellte er fest. Elli grinste. „Das kenne ich.“

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Der Apfel auf der Karte

Auf der anderen Seite roch es nach frischem Brot. Hinter einer Hecke lag eine rot karierte Decke. Darauf standen ein Korb mit Äpfeln, eine Schüssel Beeren und vier kleine Becher.

Dora winkte ihnen zu. „Da seid ihr ja!“

Elli schaute von der Decke zur Karte. „Bist du der Schatz?“ Dora lachte. „Ich hoffe doch. Aber das Brot ist auch nicht schlecht.“

Milla hielt das grüne Blatt hoch. Genau so ein Blatt steckte an Doras Hut. „Du hast uns die Post hingelegt!“ Dora nickte. „Auf die Wiese. Ein Glas gehört schließlich nicht in den Fluss.“

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Ein Schatz zum Teilen

„Warum stand dein Name nicht darauf?“, fragte Fino. Dora betrachtete ihre Schürze. „Ich hatte Mehl an den Pfoten. Da habe ich lieber Bilder gemalt.“

Elli setzte sich dicht neben den Brotkorb. Milla verteilte die Becher. Fino schnitt die Äpfel. Raban bewachte die Beeren. Jedenfalls nannte er es so, wenn eine in seinem Schnabel verschwand.

„Meine Idee mit dem schreibenden Apfel war aber auch gut“, sagte er. Dora reichte ihm ein Stück Brot. „Eine ausgezeichnete Idee für die nächste Geschichte.“ Und plötzlich mussten alle lachen.

Der gemütliche Wohnraum im Waldrandhaus.
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Die erste Seite im Abenteuerbuch

Zurück im Waldrandhaus holte Dora das große Buch aus dem Regal. Die erste Seite war noch leer. Milla klebte die Karte hinein. Elli malte einen Apfel dazu. Fino schrieb darunter: Unsere erste Gläserpost.

Raban zeichnete sich selbst. Mit besonders großen Flügeln.

„Morgen könnte schon die nächste Seite voll werden“, sagte Fino. Elli wollte sofort wissen, womit. Dora klappte das Buch zu. „Das verrät uns der nächste Morgen.“

Draußen rauschte der Fluss. Auf dem Tisch lag das kleine grüne Blatt. Und das leere Glas stand sauber im Küchenregal.

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